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… und der Sommer kann kommen!

Polyesterbecken

Vorbereitende Erd- und Bauarbeiten

Vor dem Baubeginn des Beckens muss gründlich untersucht werden, welche Möglichkeiten für den Transport des Beckenkörpers zum Einbauort bestehen. Besonders wichtig ist es die den Einbau hindernde Umstände zu erfassen, wie z.B. als Hindernis stehende Pflanzen, elektrische Luftleitungen, nicht kranbereite, schwer zugängliche oder zu steile Baugebiete. Man muss sich nach dem Vorkommen von Binnen- bzw. Schichtwasser orientieren, um die späteren unangenehmen Überraschungen zu vermeiden. Die den Bau hindernde Faktoren, auch wenn sie zu bewältigen sind, beeinflussen die Kosten vom Bau bedeutend, deswegen sollte mit dem Bauunternehmen im Voraus konsultiert werden.

Bestimmung der Arbeitsgrube

Vor dem Beginn der Erdarbeiten sollte der Grundriss des Beckens genau ausgemessen und mit Holzpflock oder Kreidepulver auf dem Baugelände markiert werden. Die zum Beckenmodell gehörenden genauen Maße sind im Anhang dieser Anleitung zu finden. Die Maße der auszuhebende Arbeitsgrube sollte um soviel größer sein als die Kontur des Beckens, damit nach dem Einheben des Beckens die Montagearbeiten bequem durchgeführt werden können. Die zu große Arbeitsgrube ist aber zu vermeiden, da
sie einerseits mit Mehrkosten verknüpft ist, andererseits beim Zurückfüllen der Seiten vom Sinken des Füllungsmaterials die Beckenkonstruktion überlastet und deformiert werden kann. Die Ränder der Arbeitsgrube sollten je nach den Bodenverhältnissen
25-40 cm größer als das Becken dimensioniert werden. Es bedeutet in der Praxis, dass z.B. für einen Beckenkörper von 3,75×8,5 m eine Arbeitsgrube von ca. 4,5×9,5-10 m ausgehoben werden soll. Bei der Länge sollte mit einer etwas größeren Zugabe gerechnet werden, wegen der Montage der Skimmer und anderen Anlagen. Gleichzeitig mit dem Becken sollte auch die Stelle der Technikschacht markiert werden. Die Technik sollte möglichst nicht weiter als 8-10 m vom Becken entfernt sein. Eine übliche Lösung ist die technischen Anlagen zu einem Ende des Beckens zu montieren, in diesem Fall ist es zu empfehlen die aus Betonblöcke angefertigte Wandstruktur der Technikschacht mit der Unterstützung der Treppenkonstruktion des Beckens zusammenzubauen.

Die Erdarbeit

Nach dem Markieren der Arbeitsgrube kann die Erdarbeit beginnen. Wir sollten aufpassen, dass die Deponierung des ausgeförderten Erdreichs kein Hindernis bildet, und die späteren Arbeiten und das Einheben des Beckens nicht behindert. Es ist angebracht die ausgehobene Erde gleich abzutransportieren, da sie nicht dicht gemacht werden kann, also im Späteren als Füllungsmaterial nicht wieder verwendet werden kann. Es ist sehr wichtig, die Tiefe der Arbeitsgrube fachgemäß zu planen und während der Arbeit zu kontrollieren. Die zu tief gelungene Arbeitsgrube kann viel Ärger verursachen, ihre Rückfüllung benötigt
überflüssige Arbeit und tiefere Fachkenntnisse, wenn wir die Belastbarkeit zurückgewinnen wollen.

Beim Festlegen der Tiefenmaße der Arbeitsgrube soll man von den folgenden Angaben ausgehen:


Einbauskitze des Beckens, Präsentation des Höhenunterschiedes zwischen der Gehfläche und der Betonbodenplatte

Berücksichtigen wir, dass der Beckenrand 4 cm über die um das Becken gebaute Gehfläche herausragt, welche meistens sich an einen schon bestehenden Gartenweg, Terrasse oder andere Bauten anschließt. Das andere richtunggebende Maß ist die von
der Schichtanordnung der unter dem Becken gebauten Betonplatte sich ergebende Konstruktionsdicke, welche im Späteren ausführlich bekannt gegeben wird, aber bei unserer jetzigen Berechnungen nehmen wir 25 cm. Für die Berechnung muss die gesamte Konstruktionshöhe des Beckens berücksichtigt werden, die natürlich mehr als die Beckentiefe ist, da die Dicke des Beckenbodens (ca. 2,6 cm) dazugegeben werden muss (150+2,6 cm, also man muss mit rund 153 cm rechnen).

Der Bauort ist gewöhnlich nicht waagerecht, sondern uneben und oft auch geneigt, deswegen soll als Referenzniveau die gewünschte Niveauhöhe der ums Becken gebauten Gehfläche genommen werden, also die Arbeitstiefe soll demnach
bestimmt werden.

Dieses Referenzniveau soll auch mit Schnürboden sichtbar gemacht werden, damit die Messungen während der Arbeit leicht und genau gemacht werden können. Von den obigen, das richtige Tiefenmaß der Arbeitsgrube:

Grubentiefe von der geplanten Gehfläche gemessen = (+4) (-153) (-25) = -174 cm

Nach dem Aushub der Erde sollte man den möglichst gleichmäßigsten Grubenboden anstreben, um die weiteren Bauarbeiten zu erleichtern.

Die technologischen Anforderungen und Methoden vom Einbau der Beckenkonstruktion

Im Zusammenhang mit dem Einbau der Beckenkonstruktion ergibt sich oft die Frage, ob die betonierte Bodenplatte und die Rückfüllung der Seitenwände mit Beton unerlässlich sind. Die Frage kann schwer eindeutig beantwortet werden, da für die Wahl der sicheren Einbautechnologie müsste man die Bodenbedingungen des gegebenen Ortes, und das bodenmechanische und das Tiefbauwissen der den Einbau ausführenden Fachleute kennen. Gewöhnlich ist es festzuhalten, dass der Einbau ohne Beton größere Sorgfältigkeit, strenge technologische Disziplin, die richtige Wahl der Füllungsmaterialien und fachgerechte Schichtdichtung erfordert. Der Einbau mit Beton hält weniger Überraschungen bereit, sichert größere technologische Flexibilität und einen Belastbarkeitsvorrat beim Einbau. Mit einem Wort, das Durchführen von einem qualitativen, dauerhaften Einbau ist sicherer mit Anwendung von Beton, deswegen empfehlen wir dies, geben wir darauf Garantie und erläutern es in den folgenden.

Anfertigung der betonierten Bodenplatte

Der Bau der Bodenplatte dient zwei Absichten, einerseits gibt sie dem Beckenkörper eine feste und dauerhafte Unterstützung, andererseits sichert sie die waagerechte, in richtige Niveauhöhe erfolgende Montage des Beckens.

Der Bau der Bodenplatte soll mit der Anfertigung eines entsprechend gedichteten, 10 cm dicken Kiesbettes angefangen werden. Man soll die Schichtdichtung anstreben, also wenigstens mit zwei Streuungen, bzw. zwei Dichtschritten das Kiesbett ausbilden. Die Dichtung soll mit Vibrationswerkzeug erfolgen. Die Schichtdicke und Waagerechte soll mit Messungen am Schnürboden ständig überprüft werden.

Nach der Anfertigung vom Kiesbett kann die Anfertigung der Betonplatte erfolgen.


Betonierung der Bodenplatte

Als erster Schritt soll eine einfache Verschalung angefertigt werden, um den Einbau des Profils vom in den Beckenkörper einzubauenden Bodenablauf zu ermöglichen. Zweck der Verschalung ist, dass der Bodenablauf und der dazu angeknüpfte Rohrabschnitt nicht einbetoniert werden. Zum Betonieren soll Magerbeton mit C12 Qualität verwendet werden. Als erster Schritt der Betonierung soll eine ca. 5 cm dicke Montagebetonschicht angefertigt werden. Um die Biegefestigkeit unserer Bodenplatte zu steigern, soll auf die ganze Oberfläche der so angefertigten Betonschicht ein 200x200x5 mm punktgeschweißter Betonstahl Netz in einer Schicht gelegt werden. Nach dem Runterlegen vom Eisenbeschlag soll die Bodenplatte bis zur gewünschten Niveauhöhe
mit Beton aufgefüllt werden. Das bedeutet wieder eine Betonschicht von ca. 10 cm. Man soll auf die Dichtheit des Betons, die Gleichmäßigkeit und die Waagerechte der Oberfläche achten.

Die oben beschriebene angefertigte Bodenplatte ist schon geeignet das Becken in der Baugrube zu versetzen, und die weiteren Schritte vom Einbau vorzunehmen. Unter das Becken, auf die rohe Betonoberfläche wird empfohlen eine Schicht Geotextil (flies) zu legen.


Queerschnitt der Schichtanordnung der Betonbodenplatte

Die Bewegung des Beckenkörpers

Die Bewegung des Beckenkörpers erfolgt mit einem mit Hebebrücke versehenen Kran, um die Überlastung, das Heben von einer Seite, bzw. das Spannen zu vermeiden. Der Stahlkranz der Beckenkonstruktion ist mit 2 Ösen je Seite versehen, mit deren Hilfe der Beckenkörper zu heben ist. Wenn der Beckenkörper nur einseitig zu heben ist, sollten die gegenüberliegenden Ösen mit Hilfe von Gurte quer zusammengebunden werden, um die Gewichtskräfte zu verteilen. Die Hebebrücke soll mindestens 4 m lang sein, sonst können die beim Heben verwendeten Gurte eine Beschädigung des Beckenrandes verursachen. Die Bewegung soll langsam, gleichmäßig und sorgfältig durchgeführt werden.

Vorbereitung des Beckenkörpers

Abhängig von den Maßen der Arbeitsgrube, müssen die Öffnungen von den in die Beckenwand und Bodenplatte des Beckens einzubauenden technischen Teilen vor oder nach dem Einheben ausgeschnitten werden. Die Ausschnitte können auch im Voraus vom Werk bestellt werden, wenn die Schablone der Einbauteile zur Verfügung stehen. Das Ausschneiden der Öffnungen kann nach dem Durchzeichnen der Schablone mit Stichsäge, bzw. mit Bohrmaschine und Kreistrennsäge durchgeführt werden. Es ist wichtig zu bemerken, dass die technischen Durchbrüche in der Wandstruktur des Beckens nur an den im Voraus im Werk ausgebildeten Stellen möglich ist, wo beim Laminieren der Konstruktion die PU Schaumplatte ausgelassen wurde, und deswegen dort die Wandstruktur dünner gebaut ist. Nach dem Ausschneiden sollten die Schnittflächen mit Schmirgelpapier fein geschliffen werden, und dann das Becken entstaubt werden. Achten wir auf die saubere Arbeit, weil der Schnittabfall Glaspulver enthält, und die Oberfläche des Beckens beschädigen kann.

Die Einstellung und Befestigung des Beckenkörpers in der Arbeitsgrube

Vor dem Einheben des Beckens soll kontrolliert werden ob die Empfangsoberfläche: 1. waagerecht, 2. gleichmäßig, 3. in gewünschter Niveauhöhe ist. Wenn eine der Voraussetzungen nicht erfüllt werden, muss die Montage des Beckens verschoben werden, und der Fehler muss behoben werden. Auf keinem Fall darf das Becken mit punkthaften Unterlegungen waagerecht eingestellt werden, da es mit der gesamten Oberfläche der Bodenplatte auf dem Unterbeton auflegen muss. Nach dem Einheben des Beckens soll die gewünschte Lage des Beckenkörpers mir Hilfe vom Kran eingestellt werden. Danach erfolgt die Befestigung und Feineinstellung des Beckenkörpers. Beim Einbau von Beckenkörper mit Treppe oder mit Treppe und Sitzbank soll auf der für das gegebene Modell bestimmter Weise, eine mit Beton aufgefüllte Schalungsstein-Unterstützung gebaut werden, an den auf den Zeichnungen markierten Stellen. Die Unterstützungen sollen zwischen dem Becken und dem Beton fein ausgekeilt werden, damit die Auflegung vollkommen und tragfähig ist. Für die Unterkeilung können trittfeste Styroporplatten mit 30-40 mm Stärke verwendet werden. Auf dem Stahlkranz des Beckens sind rundum mehrere mit Bohrung versehenen Stahl Ösen zu finden, die mit den Bodenstützen die Feineinstellung des Beckens ermöglichen. Die mit dem Becken gelieferten verstellbaren Seitenstützen sollen den Ösen angeschraubt werden. Danach sollen die gebogenen Enden der Seitenstützen, entsprechend den auf der beigelegten Abbildung dargestellten, in einen für den Empfang von einigen Eimern Beton geeigneten Nest einbetoniert werden. Nach dem Aushärten des Betons können die Wände und die Linie des Beckenrandes mit Hilfe der sich in den Seitenstützen befindenden Schrauben genau eingestellt und fixiert werden.


Einbauskitze der Treppenunterstützung des Beckens ,,Atlantis” (Obersicht, Vordersicht)


Einbauskitze der Treppenunterstützung des Beckens ,,Aquarius” (Obersicht, Vordersicht)


Einbauskitze der Treppenunterstützung des Beckens ,,Kalipso” (Obersicht, Vordersicht) (Obersicht, Vordersicht)

Die Montage der Technik des Beckenkörpers

Der nächste Schritt vom Einbau des Beckenkörpers ist die Montage der in die Beckenwand zu montierenden Einbauteile und der Ausbau der Rohrleitungen bis zum Technikschacht. In unserer Einbaueinleitung befassen wir uns mit allgemeinen schwimmbadtechnischen Montagefragen nicht, da wir annehmen, dass die Installation von in der Fachrichtung ausgebildeten Unternehmern durchgeführt wird. Wir möchten Sie nur auf die wichtigen Gesichtspunkte aufmerksam machen, die beim Einbau von Fertigbecken zu Fehlern und unangenehmen Zerlegungsprobleme oder Erlöschen der Garantie führen können.

Nach der Montage der Einbauteile in der Beckenwand und Boden brauchen die in die Beckenkonstruktion geschnittenen Durchbrüche eine Nachbehandlung. Nach dem Einbau müssen die Schnittflächen nach Reinigung und Entfettung mit einer speziell für diesen Zweck entwickelten flüssigen Silikondichtung (rotabond 2000) abgeschlossen sein. Damit wird verhindert, dass die Beckenkonstruktion bei den Schnittflächen vom Wasser angegriffen wird. Die Spurlinie der Rohrleitungen muss so ausgebildet
werden, dass die waagerechten oder liegenden Leitungsabschnitte direkt auf der lastentragenden Betonplatte liegen.

Empfehlenswert ist es die Rohrleitungen mit einem Sandbett zu umhüllen, der die Wirkungen der elastischen Formveränderung spannungslos machen kann. Von den Einbauteilen bis zu den waagerechten Rohrabschnitten sollen die Rohre immer senkrecht
eingebaut werden, um den Abriss durch die Verdichtung und Sinken des Rückfüllungsmaterials zu verhindern. Es ist untersagt, schräg geführte Rohrabschnitte einzubauen.

Es ist zu empfehlen, während der im Folgenden erläuterten Einbau- und Umbetonierungsphasen die ausgebauten Rohrleitungen zu verschließen, aufzupumpen und mit Druckmesser bewacht bis zum Ende der Bauarbeiten unter Druck zu halten, wie bei ähnlichen Bautätigkeiten, z.B. bei der Montage von Fußbodenheizung.


Einbauskitze der Seitenstützen zu den Nautilus Schwimmbecken. Mit Hilfe der Seitenstützen kann nach Aushärten der Betonneste die Feineinstellung der Seitenwände leicht durchgeführt werden.

Umbetonieren des Beckenkörpers und Rückfüllung der Arbeitsgrube

Das technisch montierte, eingestellte Becken ist schon geeignet den nächsten Schritt vom Einbau vorzunehmen, das Betonieren. Die Betonierung der Arbeitsgrube und die Auffüllung des Beckens mit Wasser soll parallel durchgeführt werden, um den Seitendruck auf die Wandkonstruktion auszugleichen.

Der Arbeitsvorgang soll Schritt für Schritt erfolgen, aufgepasst, dass die Wandkonstruktion weder von Innen noch von Außen überlastet wird. Der Zweck der Betonierung ist, das Becken mit einer 20-25 starken, erdfeuchten Magerbetonkruste zu umhüllen, was das Sinken des Bodens ums Becken verhindert. Für die Arbeit kann auch Leichtbeton (Perlitbeton) verwendet werden.

In der Praxis soll zwischen der Beckenwand und der Arbeitsgrube eine breitere Lücke ausgefüllt werden, als die geplante Betonstärke, das kann oft 50 cm, teilweise aber sogar mehr sein. Das soll gleichzeitig mit der neben dem Becken gefüllten Betonschicht, Schritt für Schritt mit Kies, oder Grobsplitt erfolgen.

Als erster Schritt lassen wir 25-30 cm Wasser ins Becken, dann fangen wir erst mit der Betonierung an. Der Beton soll rundlaufend und stufenweise Schicht für Schicht an die Beckenwand angebracht werden, gleichzeitig mit der Verlegung von Kies. Man soll darauf achten, dass das Becken vom Beton vollständig umhüllt wird. Verdichten darf man nur händisch und schichtweise, mit vorsichtiger Benutzung von Verdichtungsholz. Es ist untersagt die Auffüllung stark zu verdichten oder zu vibrieren. Die Betonierung, hohlraumfreie Auffüllung von schwer zugänglichen Beckenwandstrecken mit Beton kann mit einem längeren Stahlrohr, dessen senkrechter auf- und runter Bewegung erleichtert erleichtert werden. Die Betonierung soll so lange fortgesetzt werden, bis die Höhe der Wassersäule im Becken erreicht wird, dann soll wieder 20-25 cm Wasser ins Becken gefüllt werden.

Wieder bis zur Wasserlinie betonieren. Im Weiteren führen wir das Verfahren solange aus, bis die Betonhöhe den Beckenrand von unten 40 cm herankommt. Die Betonierung der Wandstrecke unter dem Beckenrand soll mit einem stärkeren, 25 cm starkem Beton mit C16 Qualität ausgeführt werden, um die Gehfläche ums Becken Wetterfest gestalten zu können. Die weiteren Schritte hängen von der Ausführungsweise der Gehfläche ab, werden daher in unserer Anleitung nicht weiter geschildert.

Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!

Änderungen die der technischen Weiterentwicklung dienen, sind uns vorbehalten.